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ERNTEBERICHT 2011

Passion & Philosophie Mit Liebe und Ehrfurcht verfolgen wir die Rebe bis zum Wein durch die vier Jahreszeiten. Wir begleiten unsere Rebe vom Rebschnitt, von der Befestigung am Drahtrahmen, von Pflegemaßnahmen beim Austreiben, sei es am Fuße oder an Fruchtruten, wo überflüssige Triebe entfernt werden. Weiter geht es mit der Einarbeitung der Gründüngung. Ab Ende April anfangs Mai beginnen unsere schonenden Behandlungen der Rebe mit geringen Mengen an Kupferkalkbrühen, Stäubeschwefel, Homöopathie und Mikroorganismen. Mit diesen Maßnahmen unterstützen wir die Rebe, während der Vegetation leichter Klimaschwankungen, Höhen und Tiefs zu überbrücken, um Krankheiten zu minimieren. Die biodynamischen Präparate 500 und 501 werden während der Vegetationszeit fallweise eingesetzt. Die wachsenden Pflanzen zwischen den Rebstöcken werden so gut als möglich maschinell entfernt, so dass die Rebe während der Trockenperiode weniger Konkurrenz verspürt. Die Laubwand wird durch Entfernen überflüssiger Blätter und Geiztrieben belüftet. Zum späteren Zeitpunkt der Traubenverfärbung wird rigoros ausgedünnt. Die Traubenmenge wird reduziert auf 40-50dz bei „Brunello di Montalcino“, auf 60-80dz beim „Rosso di Montalcino“ und beim „Morellino di Scansano“ auf 80dz. In Südtirol erfolgt die Quantitätsreduzierung der Trauben aufgrund verschiedener Kriterien, viele Traubensorten verlangen viele Methodiken. Hier wird von Fall zu Fall vorgegangen. Gegen Ende wird in der Traubenzone durch Entfernen von Blättern und Trieben ein Kleinklima geschaffen, in dem Sonne und Luft den richtigen Reifeprozess begünstigen. Mehrere Reifetests verfolgen die Entwicklung von Zucker, Säure und pH. Bis der optimale Reifegrad erreicht wird, dann erfolgt der Höhepunkt des Jahres, es ist soweit! Alle Vorbereitungen sind getroffen, die ersten Trauben fallen ins Gärfass. Stimmen nun die effektiven Daten mit den Reifetests überein? Wenn nicht, dann wird noch etwas abgewartet, wenn die Wetterbedingungen es zulassen. Die Traubenlese wird von Hand vorgenommen. Die Trauben werden in Kisten zu 20-25 kg angeliefert, zur Selektion auf ein Vibrationsband befördert, wo überreifes oder fehlerhaftes Traubengut entfernt wird. Die Abbeermaschine trennt Kämme von Beeren, die im freien Fall, ohne Pumpe, in den darunter liegenden Gärkeller in die jeweiligen Holz- und Stahlfässer fallen. Nach peinlich genau geführter Gärung und Mazeration und erfolgter Pressung und ersten Abstichen „verschwinden“ die Weine ins Holz. Sangiovese braucht größere Lagereinheiten (5 bis 32 hl), um sich harmonisch entfalten zu können. Cabernet Sauvignon, Syrah, Primitivo, Merlot und Mourvèdre kommen ins Barrique. Die jeweilige Qualitätsstufe gibt bei den Jungweinen die Organisation der ersten Abstiche und Verschnitte vor. Voll-Strukturierte Weine kommen zusammen, weniger strukturierte bleiben separat, kräftige Weine erhalten neues und einmal belegtes Holz und weniger volle tauschen Sauerstoff und Aromen mit älteren Barriques aus. Die Weine beginnen bald den biologischen Säureabbau, die strenge Apfelsäure wird in milde Milchsäure umgewandelt. Der Brunello di Montalcino bleibt bis zu 3 Jahren in Eichenfässern. Weine aus der Sangiovese Traube brauchen eine längere und schonend intensivere Lagerung im Holz, nur so können sie sich richtig entfalten. Der Rosso di Montalcino lagert ca. 15 bis 18 Monate in Eichenfässern, der Morellino di Scansano ca. 12 bis 15 Monate, andere Weine wie z.B. heranreifende Super-Tuscans auch schon 24 Monate und mehr. Wichtig ist nun der Zeitraum der Flaschenreife. Harmonisch und rund muss er sein bis er die „Marktreife“ erreicht. Also kann die Flaschenlagerung auch bis zu 2 Jahre dauern, es hängt davon ab welche Qualität jeweils abgefüllt wurde. Im Zeitraum der Einkelterung und Vinifizierung, erfolgt unabhängig davon die Bodenbearbeitung der Rebzeilen in den Weingärten, um die Gründüngungseinsaat dann zur rechten Zeit einzubringen. Um dies alles zu bewerkstelligen bedarf es vieler fleißiger Hände, im Weingarten, in der Verwaltung und im Keller. Dann kommt die Traubenlese. 12 bis 13 Leute ernten, 2 weitere sammeln die Kisten mit den Trauben und bringen sie in die Traubenanlieferung, wo wiederum 7 bis 8 Personen die Trauben fachgerecht und sauber verarbeiten. Im Keller sind meistens 5 bis 7 Leute ständig im Einsatz. Gegen Mitte November wurde das letzte Fass von den Trestern abgezogen und gepresst. Alles in allem also 2 bis 3 Monate harte Arbeit im Weinkeller, in Stoßzeiten ein Arbeitsaufwand von 16 bis 18 Stunden pro Tag. Dies ist ein kurzer Überblick über alles was uns im Laufe eines Jahres „zustößt“, berichtet in Bruchstücken. Die Praxis sieht anders aus. Ausdauer und Durchhaltevermögen stehen an der Tagesordnung.





Der Schwarhof fungiert als Verwaltungszentrale unserer drei Weingüter. Alles auf kleinsten Raum, aber wohlig warm ist es, alles aus Lärchenholz, etwas überladen von allen Möglichen, aber interessant wo sich unsere Mitarbeiter in diesen Räumen (Bureau) mit unseren Kunden und Lieferanten auseinandersetzen.

 



Unser Empfangs- und Degustationsraum - ca. 200 m2 groß - ist nun seit ein paar Jahren fertiggestellt. Es besteht die Möglichkeit, Einzel- oder Gruppendegustationen zu organisieren, wobei bei Bedarf auch kleine Gaumenfreuden die Weinverkostungen umrahmen. Es war für uns ein großes Anliegen, unseren Freunden, Gästen und Kunden etwas ganz Besonderes zu bieten. Corte Pavone avanciert zum Ausgangspunkt aller unserer zukünftigen wichtigen Präsentationen und Aktivitäten.

 



Die Weine von Valdifalco sind gegenüber jenen von Corte Pavone etwas milder, unmittelbarer, angenehm im Geschmack. Sicher werden sie selten eine solch tiefe Struktur und Haltbarkeit aufweisen wie in Montalcino. Auf Corte Pavone werden sie rassiger und eleganter. Derart wahnsinnig spannend kündigt sich jedes neues Jahr das Concerto der dröhnenden Posaunen aus der Maremma und den schüchternd melodischen Geigen aus Montalcino an.